Dieses Projekt entstand aus der gemeinsamen Leidenschaft – das Schöne der Welt zu betrachten

Ich möchte euch hier einen Künstler mit einem sehr speziellen Charakter vorstellen: Urs Fuss, er kann Geschichten erzählen, wie man es von spannenden Büchern und Filmen kennt. Eines Tages klingelte mein Telefon: „Ich will meine Bilder nicht mit ins Grab nehmen, hilfst du mir Menschen zu finden, denen meine Werke gut tun, die darin Mut für das Leben finden, Menschen die das Licht spüren wenn sie sich in meinen Bildern verlieren?“ Ein Wort ergab das andere und der erste Besuch bei ihm wurde ins Auge gefasst.

An einem warmen Sommermorgen war es soweit. In der Nähe der Verenaschlucht bei Solothurn, für manche ein heiliger Ort, fand ich sein Haus. Der blaue, alte Briefkasten ließ mich wissen, dass ich an der richtigen Adresse war. Ein verwilderter Garten mit Bäumen die ich aus meiner Heimat vermisste überraschte mich, Oliven und Feigen. Auch sein Haus erinnerte mich an meine Heimat im Süden Portugals, weiß mit blau umrandeten Fenstern und Türen. Ungewöhnlich – wie er selbst.

Die Haustür stand offen und es duftete einladend nach Mittagessen und selbst gebackenem Kuchen. „Hallo“ rief ich und ein herzliches, fast singendes „ Hallo“ kam zurück. Dann erschien er, der Künstler. Mit einem freundlichen, warmen Lachen hieß er mich willkommen in seinem blauen T-Shirt, welches schon mehrmals genäht wurde. In seinem schneeweißen Haar saß ein kleines, knallgrünes Insekt als ob es da zuhause wäre.

Urs erzählte mir spannende Geschichten aus der Zeit wo noch alles anders war. Von seinen Ferien in Frankreich, da wohnte er neben dem namhaften Manitas de Plata der einst für den berühmten Picasso spielte. Außerdem schwärmt er noch heute von seinen Reisen durch Griechenland und Portugal, der Rucksack war vollgepackt mit Abenteuerlust und die Touristenattraktionen noch meilenweit entfernt.

Er wurde , wie so viele Künstler, von seiner Familie nicht richtig verstanden. Seine eigenständige Art kam aber seinen Schülern zugute, denen er nicht einfach einen Standard-Unterricht vorsetzte. Ein wertvoller Pädagoge in einer konsumorientierten Zeit. Das künstlerische wurde gekonnt in seine Lehrerrolle integriert. Er hielt sich oft mit den Kindern in der Natur auf, bastelte mit ihnen und motivierte sie zum kreativen Ausdruck.

Als gelernter Maschinenzeichner bestimmte die Geometrie seine früheren Werke. Heute lässt er die Intuition in seine Bilder fließen. Er meinte dazu:“Meine dunklen Momente, wie die Krankheit die ich besiegte, überwinde ich mit positiven Gedanken und Gefühlen. Diese positive Energie durchfließt auch meine Bilder. Sie reflektieren die Wunder und die Schönheit der Natur. Ich setze mich intensiv auseinander mit dem Leben, meiner Umgebung und der Natur und gebe einem Naturerlebnis eine neue Dimension, stelle eine innere Beziehung zu einer neuen Lebensform her. Durch die Aufnahme von Formen aus der Natur und die Weiterführung der Linien, auch über den darzustellenden Gegenstand hinaus, entstehen neue Räume und Zusammenhänge. Ich nehme die Natur in all ihren Einzelheiten auf und bringe sie in neuer Form auf die Leinwand. Eine wesentliche Rolle bei meinen Bildern spielt auch das Licht – das Licht das von innen kommt sowie das Eigenständige meiner Motive. Es ist mir ein Bedürfnis das wesenhafte und nicht das wesentliche von Bäumen, Blumen, Gewässern und Landschaften darzustellen.“

Die Natur ist denn auch sein zweites Zuhause. Sie ist für Urs Erholungsraum und inspiriert ihn zum Malen.

Die Gemälde dieses talentierten Malers begeistern auf den ersten Blick. Je mehr man sich in den Bildern verliert um so mehr spürt man positive Energie, Mut, Kraft, Hoffnung und der Wille setzt sich durch, sein Bestes zu geben

Wir redeten über Gott und die Welt und landeten schließlich wieder im Hier und Jetzt. Urs meinte dass die Menschen heutzutage einer zu großen Informationsflut ausgesetzt sind und den Kontakt zur Natur verloren haben: „Wir müssen akzeptieren dass wir ein Teil der Natur sind und nicht umgekehrt.“ Er hat das Gefühl dass viele Menschen nicht mehr sich selbst sind, dass sie programmiert und manipuliert werden, sich verunsichert fühlen, von vielem abhängig sind und Angst haben. „Was könnte man den anders machen?“ fragte ich. „Der Mensch sollte sich wieder auf sich selbst besinnen, sich seiner Bequemlichkeit bewusst werden und den Mut haben, das Risiko einzugehen um aus eingefahrenen Gleisen auszubrechen.“

Auf meine letzte Frage was er aus der vergangenen Zeit am meisten vermisse, meinte er: „Das Warten auf einen Liebesbrief.“

Herzlichen Dank lieber Urs für das herrliche Mittagessen und die interessanten Gespräche. Ich wünsche dir alles Gute und weiterhin viel Freude beim Malen.